Publikationen
Drei Buchpublikationen gingen aus dem Projekt RIWA26 hervor. Alle drei sind im Sommer 2026 erschienen. Buchvorstellungen fanden unter anderem in der Klaviermanufaktur Steingraeber (Bayreuth) während der Festspiele 2026 statt.

Stephan Mösch: Bayreuth als Theater. Auf dem Weg zu einer Festspielgeschichte
(Verlage Bärenreiter, Kassel und Metzler, Berlin)
Seit ihrer Gründung vor 150 Jahren sind die Bayreuther Festspiele ein »Seismograph deutscher Befindlichkeit« (Udo Bermbach), aber auch ein Brennspiegel ästhetischer Prozesse. Das Buch zeigt, wie und warum sich Sinnhorizonte bei den Festspielen verschoben haben. Es beschreibt, wie und warum sich der Umgang mit Wagner diesseits und jenseits der Bühne verändert hat – teils radikal, teils moderat und fast unmerklich. Dabei versteht es Geschichte nicht in der Abstraktion ihrer Gesamtheit, sondern als Kollektivsingular, als Vexierbild, als Lebens- und Erfahrungswelt. Die 25 Kapitel des Buches widmen sich zentralen Aspekten der Festspiele unter neuen Blickwinkeln und oft auf der Basis unveröffentlichter Dokumente. Viele Quellen aus dem Nationalarchiv der Richard-Wagner-Stiftung und zahlreichen weiteren Archiven, aber auch aus privaten Nachlässen werden erstmals ausgewertet. Der Fragehorizont reicht von Wagners eigener Einstudierung des Rings 1876 bis in die Gegenwart.
Pressestimmen
Jens Malte Fischer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Juli 2026
»Mit diesem Buch wird die Bayreuth-Historiographie auf ein neues Niveau gehoben.«
Regine Müller, Neue Zürcher Zeitung, 29. August 2026
»Möschs Stil verbindet Eleganz mit Emphase. […] Eine epochale Untersuchung«
Sylvia Schreiber, Bayerischer Rundfunk / Der Buchtipp, 9. Juli 2026
»Spannend wie ein Roman«
Markus Thiel, Münchner Merkur, 6./7. Juni 2026
»Man hört beim Lesen, das ist der Trumpf von ›Bayreuth als Theater‹.«
Dieter David Scholz, Der Opernfreund, 18. Mai 2026
»Dieses kluge Buch verändert alles Nachdenken über Festspielgeschichte.«
Christoph Vratz, Deutschlandfunk (»Musikjournal«), 13. Juli 2026
»Eine Multiperspektive – das macht dieses Buch einerseits spannend und andererseits bedeutend.«

Stephan Mösch/Thomas Seedorf/Christian Schaper (Hg.): »Es klang so alt und war doch so neu«. Aspekte der musikalischen Wagner-Interpretation 1976 bis 2026
(Verlag edition text+kritik, München)
Der Band ging aus dem musikwissenschaftlichen Symposium hervor, das im Mai 2025 im Rahmen von RIWA26 an der Hochschule für Musik Karlsruhe stattfand.
Dass und wie sich die Wagner-Bühne seit dem 100. Jubiläum der Bayreuther Festspiele 1976 verändert hat, wurde und wird lebhaft diskutiert. Was dabei oft zu kurz kommt und was sich in den letzten 50 Jahren nicht weniger verändert und aufgefächert hat, ist die musikalische Interpretation. Das Thema ist weiter gefasst, als es auf den ersten Blick scheint. Es schließt das Hören ein, das Verhältnis von Hören und Sehen und damit auch die Szene. Es regt zu methodischer Vielfalt an, ermöglicht aufführungsanalytische und diskursbezogene Zugänge, berührt Ideengeschichte, Quellenforschung und neue Wege der klangbasierten Interpretationsforschung. Der Radius der Beiträge beschränkte sich nicht auf Bayreuth.
Mit Beiträgen von Julian Caskel, Richard Erkens, Dominik Frank, Rebecca Grotjahn, Tobias Janz, Paul Simon Kranz, Gundula Kreuzer, Stephan Mösch, Christian Schaper, Thomas Seedorf, Robert Sollich, Arne Stollberg, David Trippett, Frithjof Vollmer und Friederike Wißmann.
Pressestimmen
Opernwelt, Ausgabe 11/2026
»Buch des Monats«
Frank Piontek, Der Opernfreund, 30. September 2026
»Ein Band, der das Thema vertieft und vor Allem: auf eine neue Grundlage stellt. […] Sie [die Geschichte der musikalischen Interpretation] wissenschaftlich genauer betrachtet zu haben, war durchaus nicht selbstverständlich – ist aber für jeden, der sich ernsthaft für Wagner und die Geschichte des szenisch akzentuierten Wagner-Gesang von Gestern und Heute interessiert, eine faszinierende Sache.«

Paul Simon Kranz: »Was unermesslich mir schien«. Digitale Spurensuche zwischen Tradition und Innovation in Meistersinger-Inszenierungen der Bayreuther Festspiele 1963 bis 2017
(Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg)
Indem man Bewegung als künstlerisch elementare und vermittelnde Größe heranzieht, lassen sich performative und musikalische Prozesse von Inszenierungsvideos abstrahieren. Davon ausgehend wurde im Rahmen des Projekts ein softwaregestütztes Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, performative Vorgänge videogebunden und objektiviert zu kategorisieren. Kombiniert mit Methoden der computergestützten Interpretationsforschung, lassen sich so szenische und musikalische Prozesse visualisieren und beleuchten. Dies ermöglicht, Interdependenzen zwischen Szene und Musik als auch zwischen Inszenierung und Werktext nachzuvollziehen und nachzuweisen. Resultierende Performance-Dekodierungen verbinden Perspektiven aus Theorie und künstlerischer Praxis und richten sich somit ebenso an Musiktheaterinteressierte und Wissenschaft Betreibende wie an Kunstschaffende.
Der Band stellt eine überarbeitete Fassung der Dissertation dar, die Paul Simon Kranz im Rahmen seines RIWA26-Stipendiums 2021-2025 schrieb.
Pressestimme
André Weißbach, Frankfurter Wagner Post, Ausgabe 9/2026
»Der besondere Reiz der Studie liegt darin, dass sie den Blick weniger auf Wagner als historische Figur richtet, als auf die Aufführungspraxis unserer Zeit. Gleichwohl werden Werkgeschichte, Rezeption und die theoretischen Schriften des Komponisten nicht ausgeblendet. […] Mit dieser Dissertation legt der junge Musikwissenschaftler eine innovative und zugleich gut lesbare Untersuchung vor. Sie verbindet digitale Methoden mit klassischer Werkanalyse und liefert einen substanziellen Beitrag zur Diskussion über Tradition und Innovation im Musiktheater.«